Wednesday, 8. February 2012
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Dekubitus Entstehung PDF Drucken E-Mail

 

1.Entstehung eines Dekubitus

 
Dekubitus heißt umgangssprachlich Durchliegen. Die längerfristige (äußere) Druckeinwirkung ist die Hauptursache für die Entstehung eines Dekubitus. Diese Druckeinwirkung entsteht z. Bsp. beim Liegen oder Sitzen über längere Zeit aber auch durch Verbände und Schienen.

Die notwendigen Ausgleichbewegungen unterbleiben, was eine Komprimierung der Blutgefäße in einem Gewebe zur Folge hat. Anfangs entsteht eine Rötung Schwellung oder Verhärtung der Haut. Später zersetzt sich das Haut- und Muskelgewebe und die entsprechenden Nervenzellen sind erheblich geschädigt.

Neben der arteriellen wird auch die venöse Durchblutung unterbrochen, dies hat zur Folge, dass z. Bsp. saure Stoffwechselprodukte nicht abtransportiert werden .

Dieser Prozess bleibt beim gesunden Menschen ohne Folgen, denn der gesunde Mensch führt automatisch eine Bewegung aus und der Druckschmerz führt zu einem Positionswechsel.

Bei älteren und dekubitusgefährdeten Personen ist dieser Reflex häufig nur in abgeschwächter Form vorhanden, so dass die notwendige Bewegung ausbleibt.

Durch die Übersäuerung im Gewebe weiten sich die Gefäße. Die dadurch entstandene stärkere Durchblutung lässt eine Rötung entstehen, Flüssigkeit und Eiweiß werden in das Gewebe ausgeschüttet und Ödeme und Blasen können entstehen.

Als weitere Ursache für die Entstehung eines Dekubitus gelten die „Scherkräfte“.

Unter Scherung versteht man die Verschiebung der verschiedenen Hautschichten gegeneinander. Diese Verschiebung  führt zu einer eingeschränkten Blutzirkulation.

Dies ist gerade bei älteren Menschen der Fall, weil sich die Haut des älteren Menschen sehr verändert, sie wird schlaff und die Altershaut trocknet aus. Dies führt wiederum zu einer größeren Verletzbarkeit. Das Pflegepersonal ist deshalb angehalten, gerade bei älteren Menschen eine größere Sorgfalt und Verantwortung walten zu lassen.

                                                          

Entstehungsorte
 

Ein Dekubitus lässt sich bevorzugt an Körperstellen feststellen, die sich

a.)   durch Knochenvorsprünge und

b.)   geringe Abpolsterung durch Muskel- und Fettgewebe auszeichnen.

 
Also am ehesten in der Steißregion, an den Knochenvorsprüngen und an den Fersen. Aber auch die Ohren, der Hinterkopf und die Zehen können betroffen sein.

 

Risikofaktoren
 

Als Schema zur Beurteilung des Risikos eines Dekubitus bei bettlägerigen Patienten bedient man sich der Norton-Skala; allgemeiner Körperzustand, geistiger Zustand, Aktivität, Mobilität und Inkontinenz werden mit jeweils 1-4 Punkten bewertet.

Der Wert ≤ 4 bedeutet Gefährdung.

 

Intrinsische Faktoren ( = von innen kommend)


Eingeschränkte Beweglichkeit 

Sie ist der wichtigste Risikofaktor bei der Entstehung eines Dekubitus. Als weitere folgen sind noch eine schlechte Lungenbelüftung, eine verlangsamte Verdauung, das Steifwerden der Gelenke und die Abnahme der Skelettmuskulatur zu nennen. Aber auch die Psyche leidet.  Depressionen treten auf und verstärken noch mehr die eingeschränkte Beweglichkeit.

 

Alter des Patienten

Bei älteren Patienten weist die Haut, wie bereits oben beschrieben, Veränderungen ihrer Struktur auf, was wiederum die Verletzlichkeit fördert. Außerdem besteht oft ein reduzierter Allgemeinzustand und die Mobilität im Alter ist eingeschränkt. Diese Personengruppe trinkt außerdem zu wenig und die Gefahr der Austrocknung besteht.



 

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