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1.Entstehung eines Dekubitus
Dekubitus
heißt umgangssprachlich Durchliegen. Die längerfristige (äußere)
Druckeinwirkung ist die Hauptursache für die Entstehung eines Dekubitus. Diese Druckeinwirkung
entsteht z. Bsp. beim Liegen oder Sitzen über längere Zeit aber auch durch
Verbände und Schienen.
Die notwendigen
Ausgleichbewegungen unterbleiben, was eine Komprimierung der Blutgefäße in
einem Gewebe zur Folge hat. Anfangs entsteht eine Rötung Schwellung oder
Verhärtung der Haut. Später zersetzt sich das Haut- und Muskelgewebe und die
entsprechenden Nervenzellen sind erheblich geschädigt.
Neben der arteriellen wird
auch die venöse Durchblutung unterbrochen, dies hat zur Folge, dass z. Bsp. saure
Stoffwechselprodukte nicht abtransportiert werden .
Dieser Prozess bleibt beim
gesunden Menschen ohne Folgen, denn der gesunde Mensch führt automatisch eine
Bewegung aus und der Druckschmerz führt zu einem Positionswechsel.
Bei älteren und dekubitusgefährdeten Personen ist
dieser Reflex häufig nur in abgeschwächter Form vorhanden, so dass die
notwendige Bewegung ausbleibt.
Durch die Übersäuerung im
Gewebe weiten sich die Gefäße. Die dadurch entstandene stärkere Durchblutung
lässt eine Rötung entstehen, Flüssigkeit und Eiweiß werden in das Gewebe ausgeschüttet
und Ödeme und Blasen können entstehen.
Als weitere Ursache für die
Entstehung eines Dekubitus gelten
die „Scherkräfte“.
Unter Scherung versteht man
die Verschiebung der verschiedenen Hautschichten gegeneinander. Diese
Verschiebung führt zu einer eingeschränkten
Blutzirkulation.
Dies ist gerade bei älteren
Menschen der Fall, weil sich die Haut des älteren Menschen sehr verändert, sie
wird schlaff und die Altershaut trocknet aus. Dies führt wiederum zu einer
größeren Verletzbarkeit. Das Pflegepersonal ist deshalb angehalten, gerade bei
älteren Menschen eine größere Sorgfalt und Verantwortung walten zu lassen.
Entstehungsorte
Ein Dekubitus lässt sich bevorzugt an Körperstellen feststellen, die
sich
a.) durch Knochenvorsprünge und
b.) geringe Abpolsterung durch Muskel- und Fettgewebe
auszeichnen.
Also am ehesten in der
Steißregion, an den Knochenvorsprüngen und an den Fersen. Aber auch die Ohren,
der Hinterkopf und die Zehen können betroffen sein.
Risikofaktoren
Als Schema zur Beurteilung
des Risikos eines Dekubitus bei
bettlägerigen Patienten bedient man sich der Norton-Skala; allgemeiner
Körperzustand, geistiger Zustand, Aktivität, Mobilität und Inkontinenz werden
mit jeweils 1-4 Punkten bewertet.
Der Wert ≤ 4 bedeutet
Gefährdung.
Intrinsische
Faktoren ( = von innen kommend)
Eingeschränkte
Beweglichkeit
Sie ist der wichtigste
Risikofaktor bei der Entstehung eines Dekubitus.
Als weitere folgen sind noch eine schlechte Lungenbelüftung, eine verlangsamte
Verdauung, das Steifwerden der Gelenke und die Abnahme der Skelettmuskulatur zu
nennen. Aber auch die Psyche leidet. Depressionen treten auf und verstärken noch
mehr die eingeschränkte Beweglichkeit.
Alter des
Patienten
Bei älteren Patienten weist
die Haut, wie bereits oben beschrieben, Veränderungen ihrer Struktur auf, was
wiederum die Verletzlichkeit fördert. Außerdem besteht oft ein reduzierter
Allgemeinzustand und die Mobilität im Alter ist eingeschränkt. Diese
Personengruppe trinkt außerdem zu wenig und die Gefahr der Austrocknung
besteht.
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